Quelltextanalyse Geschichte Beispiel Essay

Geschichte der USA: Sogar der Lehrerfreund musste einst die Unbillen und peinlichen Befragungen des 2. Staatsexamens über sich ergehen lassen. Im Rahmen der Vorbereitungen entstand diese knappe und dennoch gelungene didaktische Analyse für die Einheit "Geschichte der USA im 19. Jh." (Niveau: Grundkurs 12).

Didaktische Analyse für die Einheit “USA”

Warum unterrichten wir Geschichte der USA? Welche Absicht verfolgen wir damit?

USA sind Vor- und Feindbild vieler Kulturen, verflochten in Weltpolitik, eigentlich die bestimmende politische und auch kulturelle Macht des 20.Jh. Viel wird von Amerikanern übernommen, gerade die Welt der Jugendlichen ist stark von amerikanischen Einflüssen geprägt (Hip-Hop, TV-Kultur, Fast-Food). Außerdem haben die meisten Jugendlichen eine sehr eindeutige Vorstellung von den USA, viele waren schon dort, für viele ist US-amerikanische Geschichte ein Mythos (Tellerwäscher->Millionär) -> es besteht eine hohe Motivation, sich mit dieser Geschichte zu beschäftigen, zumal ja auch DER Grundwert der amerikanischen Geschichte bis heute die “Freiheit” ist - und für die Entwicklung der S ist dies ein zentraler Begriff (alle stehen kurz davor, daheim auszuziehen usw.)

Allgemeine Ziele des Geschichtsunterrichts werden verwirklicht durch:

Erziehung zur Demokratie: Aufgabe der Schule generell; USA als der demokratische Staat schlechthin bietet ein Modell, an dem sehr pointiert demokratische Strukturen gezeigt und diskutiert werden können.
geschichtliches Bewusstsein: S sollen sich ihrer kulturellen Identität bewusst werden; USA sind wichtiger Faktor unserer Zeit (wir adaptieren kulturelle Normen von USA (z.B. Medienwahn)), außerdem sehr ähnliche Gesellschaft—> Geschichte der USA trägt wesentlich zu ihrer kulturellen Identität bei.
Gesellschaftliche Organisationsprinzipien: Geschichtsunterricht soll ihnen Organisationsprinzipien von Gesellschaften nahe bringen (wie organisieren sich Gesellschaften, welche Probleme treten dabei auf, wie gehen Gesellschaften mit solchen Problemen um). USA haben durch spezifische Entstehungsgeschichte viele solcher Probleme auf einem sehr unbelasteten Niveau lösen müssen (Frühphase).
S sollen durch Geschichtsunterricht soziale Kompetenz erwerben: Indem sie historische Entscheidungen analysieren und bewerten und somit zu vergrößerten Handlungsspielräumen gelangen. USA eignet sich hierfür auch sehr gut, da hier - durch die zeitliche Raffung vieler Abläufe - sehr prägnante und folgenschwere Entscheidungen getroffen wurden.




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Der Essay - Beispiele, Merkmale, Aufbau

Essay  
Beispiel f�r einen Essay
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Der Essay

Im Essay untersucht der Autor gesellschaftliche Ph�nomene (soziale Medien, Rechtsradikalismus ...) wissenschaftliche Forschung (Sinn und Unsinn der Gentechnik ...) und Entwicklungen in der Kultur (Entwicklung der Pop-Musik in der Sackgasse?). Der Autor setzt sich aus eigener Sicht intensiv mit dem jeweiligen Thema auseinander. Wissenschaft und Logik stehen dabei nicht im Vordergrund.

Dies erm�glicht die Betrachtung eines Themas aus verschiedensten Perspektiven. So kann das Thema "Leistungsbewertung in der Schule" nicht nur aus Sicht von Bewertungskriterien betrachtet werden, es k�nnten hier auch Meinungen und Aussagen von Sch�lern, Eltern, Psychologen und Wirtschaftsmanagern in die �berlegungen einbezogen werden.

Essays w�gen oft das F�r und Wider eines Thema gegeneinander ab und stellen auch, manchmal auf am�sante Art und Weise, rhetorische Fragen.

Unterschied zurAnalyse:

Im Essay ist der Autor nicht an wissenschaftliche Vorgehensweisen gebunden.

Beispiel f�r einen Essay

Alexander von Humboldt.

Als die Zusammenstellung von Briefen und Gespr�chen, welche zwischen Humboldt und Varnhagen gewechselt worden sind, ver�ffentlicht wurde, war ihr Eindruck ein tiefgehender. Das Publikum verschlang die Bl�tter die ihm hier geboten wurden und zwar ein Publikum aus allen St�nden.

Dar�ber herrschte kein Zweifel, dass mit den so aller Welt zug�nglich gemachten Vertraulichkeiten (denn Geheimnisse waren es nicht) ein Missbrauch getrieben sei, den nichts entschuldigen k�nnte. Wir sind durch die Zeitungen daran gew�hnt, Meinungen, Charaktere und sogar Privatverh�ltnisse r�cksichtslos �ffentlich behandelt zu sehen. Allein dergleichen beleidigt kaum mehr. Jedermann erkennt den Einfluss der momentanen Erregung. Die sich ber�hrt f�hlen, antworten entweder oder ignorieren den Angriff. Alle Welt aber vergisst bald, was so gesagt worden ist, und niemand m�chte darum auf Pressefreiheit Verzicht leisten wollen. Wird die Sache zu arg, so kann man sich an die Gerichte wenden. Was aber soll geschehen, wenn die einschneidenden �u�erungen eines verstorbenen Staatsmannes, die im geheimsten Gespr�ch einem andern Staatsmanne gegen�ber getan worden sind, sich pl�tzlich aufgezeichnet und gedruckt finden?

Denken wir uns eine in bester Eintracht lebende ausgebreitete Familie. Verstimmungen welche sich in gereizten Worten Luft machen, k�nnen auch in ihr nicht ausbleiben. Sie liegen in der Natur der Menschen und entstehen �berall. Mit der Erregung aber schwindet auch die Erinnerung daran und trotz der b�sesten Reden, die hier oder dort vielleicht gefallen sind, bleibt die allgemeine Einigkeit und das Vertrauen das alte. Nun pl�tzlich aber entdeckte sich, nehmen wir an, es sei eine unsichtbare Hand immer dann t�tig gewesen, wenn gerade am empfindlichsten dieser oder jener sich �ber Bruder, Schwester, sogar �ber Eltern oder Kinder ge�u�ert und all diese Dinge f�nden wir aufgezeichnet und gedruckt vor. Es w�re nicht m�glich, ein st�rkeres Gift zu ersinnen, um mit einem Schlage den geschlossensten Kreis zu sprengen. Immer wieder w�rde jeder neu lesen, in unvertilgbarer Schrift, was der andere �ber ihn gesagt, und das Vertrauen fortan vernichtet sein.

Etwas �hnliches geschah mit der Herausgabe der Briefe und Gespr�che Humboldts. Varnhagen war zuletzt noch einer der wenigen gewesen, die die alten Zeiten durchlebten. Zu ihm kam Humboldt dann und wann und �berlie� sich dem freien Ausdrucke dessen, was ihn �rgerte, betr�bte und belastete. Was in seinen Briefen steht, ist in geringerem Ma�e verf�nglich, seine m�ndlichen �u�erungen aber, die wenn er wieder gegangen war von Varnhagen notiert wurden, enthalten das f�r viele unertr�glich Beleidigende.

Der Unterschied zwischen geschriebenen Gedanken und m�ndlicher Rede ist der, dass man dort stets etwas weniger zu sagen pflegt als man denkt, hier aber leicht etwas mehr sagt als man gedacht hat. Dieser Unterschied ist so stark, dass man sich beim Schreiben immer auf das berufen darf, was man, abgesehen von den einzelnen Worten, im Ganzen sagen wollte, was zwischen den Zeilen steht. Wer etwas schreibt, denkt nach und fordert Nachdenken, wer etwas spricht, empfindet und fordert Empfindung, deshalb braucht er st�rkere Akzente. Ich kann einem Manne schreiben, er gefalle mir nicht, in einer Art dass jeder aus dem Satze herausliest, ich h�tte ihn einen elenden Kerl nennen wollen; dagegen wenn ich m�ndlich die sch�rfsten Ausdr�cke gebrauche, bedeuten sie immer nur, dass ich in einem bestimmten Momente aus einer bestimmten Ursache mich zu diesem oder jenem Worte hinrei�en lie�, das, je durchdringender es klingt, nur die gesteigerte Leidenschaft, die mich selber beherrschte, zum Ausdruck brachte. Solche �u�erungen deshalb sind wahr und unwahr zu gleicher Zeit, und derjenige, der ein gesprochenes Wort hinter dem R�cken dessen, von dem es ausgeht, niederschreibt und in die Welt schickt, begeht ein Unrecht.

Wenn wir also Humboldts Briefe ohne seinen Auftrag herausgegeben, seine Worte ohne sein Wissen aufgezeichnet und gleichfalls gedruckt sehen, so f�llt diese Handlung dem allein zur Last, von dem sie ausgeht, und zwar bedarf es hierzu keines besonderen Verdikts (Urteilsspruch), sondern die Sache richtet sich selbst. Es gibt ein jedermann bekanntes Gesetz des Erlaubten und des Nichterlaubten. Wer dagegen fehlt, empf�ngt dadurch schon, dass er fehlt, seine Bestrafung und es findet keine Appellation (Anfechtung) statt, denn es existiert weder Kl�ger noch Gerichtshof. Kl�ger ist die vollbrachte Tat selbst und Gerichtshof das Gef�hl des Publikums.

Jetzt, wo das Buch den Reiz der Neuheit verloren hat, ist es wohl erlaubt, diese Bemerkungen �ber sein Erscheinen aufzuzeichnen. Die Heftigkeit des ersten Urteils hat sich gemildert. Man ist sich bewusst geworden, dass die Angriffe, die es auf noch unter uns weilende Pers�nlichkeiten enth�lt, von diesen abgeglitten sind, als w�ren sie nicht geschehen, eine Erfahrung, die noch �berall gemacht wurde, wo gegen lebende M�nner auch die sch�rfsten und sogar die gerechtesten Dinge gesagt worden sind. Es ist, als k�nnte an den Menschen, so lange sie da sind, kein Urteil anderer haften bleiben, es wird wie Kleider abgetragen und verschwindet. Statt dessen tritt Humboldts Charakter, wie er sich in den Briefen und Gespr�chen zeigt, immer mehr als der eigentliche Inhalt heraus. Er ist tot. �ber ihn beginnt sich ein bleibendes Urteil zu bilden und die Frage muss beantwortet werden, was f�r die Anschauung seines innersten Wesens hier zu gewinnen sei. ...

Quelle: Neue Essays �ber Kunst und Literatur, Hermann Grimm, Berlin 1865.
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Mehr unter: Journalistische Darstellungsformen
Der Essay f�r  Klasse 8, Klasse 9, Klasse 10, Klasse 11 und Klasse 12.


Der Essay

Aufs�tze schreiben f�r Klasse 5, Klasse 6, Klasse 7, Klasse 8, Klasse 9, Klasse 10:
Bericht - Reportage
Bildinterpretation
Gegenstandsbeschreibung
Gedichte interpretieren
Gedichte 5 - 6
Inhaltsangabe
Nacherz�hlung
Personenbeschreibung
Textinterpretation
Vorgangsbeschreibung
Textgattungen
Zeitungsbericht

Essay

Essay: Beispiele, Aufbau und Merkmale. Der Essay f�r die Klasse 7, Klasse 8, Klasse 9 und Klasse 10. Subjekt, Pr�dikat, Dativobjekt, Akkusativobjekt und alle Satzglieder. Deutsch Aktiv und Passiv �ben, Fabeln und Balladen.


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